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Familiengeschichte14. April 20221 Min. Lesezeit

Matins letzte Reise

Zwei fröhliche Jahre lebte Matin im Haus Atemzeit. Seine Eltern berichten über die schwierigste Entscheidung in ihrem Leben.

Erinnerung an Matin im Haus Atemzeit

Und plötzlich ging alles ganz schnell

Dass Matin schwer erkrankt war, das wussten wir. Doch nun fiel ihm das Atmen immer schwerer, er war von einem High-Flow-Gerät abhängig, und auch die Medikation aufgrund der Epilepsie wurde ständig erhöht. Unsere Herzen und unser Verstand wollten dies nicht begreifen. Wir wollten doch ein Leben lang für ihn da sein und für ihn sorgen.

Im Februar ging dann alles ganz schnell, eine schlechte Nachricht folgte auf die nächste. Matin war wie immer geduldig und tapfer, noch mehr als sonst. Wir wussten, dass er im Haus Atemzeit medizinisch sehr gut versorgt und herzlichst umsorgt wird. Nach so langer Zeit war es wie sein Zuhause.

Am Ende entschied unser Herz

Dennoch blieb die quälende Frage, ob es vielleicht doch noch Behandlungsmöglichkeiten für unseren Sohn gäbe. Es gab viele Gespräche mit Ärzten und dem Betreuungsteam im Haus Atemzeit. Aber sowohl die Ärzte in der Kinderklinik als auch sein Kinderarzt und das Palliativteam waren sich einig: Die Epilepsie war so weit fortgeschritten, es gab keine Behandlungsmöglichkeit mehr.

In unseren Köpfen herrschte das absolute Chaos. Wir dachten nur: „Aber Matin ist doch unser Kind! Wir wollen doch nur das Beste für ihn!“ Am Ende entschied unser Herz, was das Beste war – und trotzdem ist an jenem Nachmittag ein Stück von uns mit ihm gestorben.

Seitdem sind einige Wochen vergangen. Tief in unserem Herzen wissen wir, dass wir für Matin die richtige Entscheidung getroffen haben. Ich sehe dann Matin im Himmel vor mir. Wir spielen Fußball, er läuft, lacht und darf einfach nur Kind sein – mein Sohn. Für uns als Familie ist es nun wichtig, zur Ruhe zu kommen und unseren Weg zu finden, mit dem Schicksal umzugehen.

Haus Atemzeit

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